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Integration statt Abschiebungen
Immer mehr nicht „deutsch aussehende“ Freunde und Bekannte berichten, wie sich ihr Leben in den vergangenen Monaten dramatisch verändert hat.Wie es aussieht starten wir in ein Abschiebungs-Wahljahr, in dem alles noch schlimmer werden wird.
Der von Barbara Kalender und Jörg Schröder verfasste folgende Text plädiert für eine andere inhaltliche Orientierung:
Volle Integration der dreihunderttausend „vollziehbar ausreisepflichtigen“ Ausländer.Nicht nur Bleiberecht für die Roma, nicht nur Bleiberecht für die Afghanen – volle Integration für alle dreihunderttausend „vollziehbar ausreisepflichtige“ Ausländer.

Helft bitte mit den Text von Barbara Kalender und Jörg Schröder zu verbreiten.
Ganz herzlich
Klaus Jünschke

Ein Appell aus der neuen Folge von Schröder erzählt:


Seit Jahren werden deutsche Soldaten in sieben Missionen in Afrika eingesetzt, nun sollen neue Kontingente auch noch die afrikanischen Grenzen dicht machen. Das ist vergeblich, denn die Flüchtlinge werden bald neue Schlupflöcher an den hunderte Kilometer langen Grenzen finden.


Tatsächlich sollte der Afrika-Aktionismus der Kanzlerin dazu dienen, die Wähler, welche massenhaft von der CDU zur AfD wechselten, zurückzuholen. Jetzt aber zeigt sich, dass die Regierung gleichzeitig einen anderen perfideren Plan verfolgt, und der heißt: Rückführung. Bis zum Ende des Jahres 2016 wird es etwa dreihunderttausend „vollziehbar ausreisepflichtige“ Ausländer in Deutschland geben. Davon ist etwa ein Drittel Afrikaner, die nun in die per ordre de mufti als sicher deklarierten Herkunftsländer abgeschoben werden sollen – „konsequent und mit der gebotenen Härte“, so der CDU-Innenminister von Baden-Württemberg und stellvertretende Vorsitzende der christlichen Partei Thomas Strobl.


Das Ganze wurde in aller Stille vorbereitet und sollte nicht zu früh „kommuniziert“ werden, sondern wegen der Bundestagswahl erst Anfang des Jahres 2017, um die zarten Seelen der Deutschen vor Weihnachten nicht zu erschrecken. Jedoch das schwäbische Ekelpaket Strobl konnte das Wasser nicht halten, in einem  Interview mit den Journalisten Jasper von Altenbockum und Rüdiger Soldt in der ‚FAZ’ erfuhr man frühzeitig von der neuen Strobl-Strategie: „Die zurückgeführten Zuwanderer, die aus asylfremden Gründen zu uns kamen, sind unsere besten Botschafter in ihren Heimatländern – gegen falsche Träume und illegale Schlepperbanden.“


Das ist zynisch! Merkel und Strobl wollen Menschen, die bereits halbwegs integriert sind, ins Flugzeug setzen und zurückschicken. Diese Migranten haben ich Geld und das ihrer Familien in die Flucht investiert, schlimmste Strapazen überstanden, lange in Turnhallen campiert und werden nun „mit aller Härt“ rausgeschmissen. Ausgerechnet diese gedemütigten Menschen sollen in ihre Heimatländern die frohe Botschaft verkünden: „Bleibt zuhause!“ Bald werden in Afrika und anderswo die „hässlichen Deutschen“  verhasst sein, wie es die Amerikaner in den Sechziger Jahren weltweit waren. Die Folgen für die deutsche Exportwirtschaft scheint sich keiner der Kurzschluss-Politiker von der großen Koalition aus CDU und SPD klarzumachen.


Die deutsche Kanzlerin, die noch vor Kurzem im christlichen Überschwang eine Million Menschen „eingeladen“ hatte, vollführte eine radikale Kehrtwendung und schloss die Balkanroute. Danach reduzierte sich allerdings der Flüchtlingszuwachs in Deutschland radikal. Jetzt kommen pro Monat nur noch fünfzehntausend Menschen nach Deutschland. Das sind verschwindend wenige, verglichen mit den Zählungen der UN-Flüchtlingskommission, die für die letzten Jahre vierundsechzig Millionen weltweit ermittelte.


Ein reiches Land wie Deutschland, in dem dringend Arbeitskräfte gesucht werden, könnte aber zweihunderttausend sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge pro Jahr sehr gut gebrauchen. Australien, Kanada, die USA und andere reiche Länder haben im Rahmen von Kontingenten seit 1945 Abermillionen Einwanderer angesiedelt. Die deutsche Politik müsste also sofort das Asylrecht mit einer großzügigen Übergangsregelung für Zuwanderer ergänzen, bis ein neues Gesetz formuliert ist, statt dreihunderttausend Antragsteller abzuschieben.


Mal abgesehen von den horrenden Kosten, ist Großzügigkeit das Stichwort. Die könnte sich Deutschland leisten, anstatt kleinmütig den AfD-Affen Zucker zu geben. Statt über „sichere“ und „unsichere“ Herkunftsländer zu streiten, muss die deutsche Politik endlich an einer verbesserten Regelung für Zuwanderer arbeiten. Es versteht sich von selbst, dass ein Zuwanderer-Gesetz nur eine einzige Voraussetzung haben darf: Jeder Zuwanderer muss unsere Rechtsnormen anerkennen. Eine vorauseilende Gewissensprüfung und Bespitzelung, wie sie das Bayrische Landesparlament gerade dekrediert hat, ist eines demokratischen Landes unwürdig.


Aus: Schröder erzählt: ›Die Zweite Natur‹ (66. Folge), Seite 20, 21, März Desktop Verlag Berlin, 1. Druck Januar 2017.   











„Mehr Polizei“
forderten angesichts der großen Zahl sogenannter Gefährder am Wochenende Göring-Ekhardt und Wagenknecht. Warum trauen sich die Linke und die Grünen nicht Forderungen zu stellen,die geeignet wären, die Polizei zu entlasten und das Gegenteil zu proklamieren: mehr Sicherheit durch weniger Polizei?

z.B.:
Abkehr von der repressiven hin zu einer an Leidverminderung orientierten Drogenpolitik.Der Kölner Knastchef Jörn Foegen hat immer wieder betont, dass er dann ein Drittel aller Zellen dicht machen könnte. Zwar sitzen keine zehn Prozent der Gefangenen direkt wegen Drogen, aber zu vielen Eigentumsdelikten und Gewalttaten kam es nur wegen der Illegalität der Drogen.

Ausbau aller Initiativen, die Kinder und Frauen vor Gewalt schützen.

Spätestens jetzt nach den Enthüllungen von Fußball leaks sollte man den Vereinen mitteilen, dass sie für den Schutz ihrer Spiele selbst aufkommen müssen. Das schafft auch Arbeitsplätze.

Ausbau der Konfliktschlichtungen in Nachbarschaften und Schulen und Betrieben.

Eine kaum übersehbare Zahl von vernünftigen Vorschlägen würde ein Ideenwettbewerb in Polizei und Gesellschaft ergeben. Franz von Liszt Diktum „Die beste Kriminalpolitik ist eine gute Sozialpolitik“ geistert seit über 100 Jahren durch die kriminalpolitische Diskussion – ohne praktische Folgen. Das Gegenteil ist der Fall, siehe Hartz IV.

Wenn die Polizei nicht mehr hinter armen Leuten her sein muss, würde ihnen ihre Arbeit vielleicht mehr Spaß machen. In den meisten Krimis kommen die Ermittler in die Villen der Reichen und Superreichen. In der täglichen Arbeit werden Polizisten dort eher selten gesehen
9.1.2017





Die Homepage wurde am 25.03.2008 veröffentlicht.
Zuletzt geändert am 18.02.2017